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Feiern in Zeiten des Terrors

Heute beginnt die Kieler Woche (Naja, eigentlich ist heute nur der Soundcheck und morgen erst die offizielle Eröffnung, aber heute spielen die ersten Bands also beginnt heute die Kieler Woche). Und das ist nicht nur bei Segelfans und Musikliebhabern ein großes Thema sondern dieses Jahr ganz besonders auch bei der Polizei. Die soll dieses Jahr nämlich sogar mit offenen Maschinenpistolen (Quelle: Kieler Nachrichten) anwesend sein. Fühlt man sich da sicherer oder erst recht ängstlich?

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Quelle: Pixabay.com

Für mich war die Kieler Woche immer schon ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gehe ich super gerne feiern und auf der Kieler Woche spielen häufig gute Bands für lau. Das ist klasse. Außerdem ist ganz Kiel auf den Beinen. Man trifft immer jemanden den man kennt, es gibt eine Menge gratis-Aktionen und auch jungen unbekannten Künstlern wird beispielsweise auf der jungen Bühne eine Plattform geboten. Das Kulturprogramm mit zahlreichen Ausstellungen und Events wie Poetry Slam ist auch vorhanden. Segeln war nie so meins aber natürlich ist es schön so viele schöne und auch alte Schiffe auf der Ostsee zu sehen.

Andererseits ist die Kieler Woche natürlich ein kapitalistisches Event, welches zu möglichst viel, meist sehr unreflektiertem aber überteuertem Konsum einlädt. Ob es dabei um Massentierhaltungsfleisch oder um mit Pestiziden verseuchte Maiskolben geht ist mir relativ egal, es geht um den Kapitalismus an sich. Dieses Thema jetzt ganz auszuführen wäre jetzt leider ein zu weites Feld und von daher belasse ich es ganz gesittet bei dem Kommentar: „Kapitalismus ist scheiße“.

Und jetzt auch noch die Polizisten. Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe im Ansatz, warum diese Maßnahmen getroffen werden. Warum Menschen denken, es wären die richtigen Maßnahmen. Es soll darum gehen Besucher zu schützen, Terroranschläge, wie wir sie in letzter Zeit leider viel zu viel erleben mussten zu verhindern. Doch andererseits kann das doch irgendwie auch nicht der richtige Weg sein. Ein Polizist mit Maschinenpistole sorgt nicht unbedingt dafür, dass ich als Besucher mich sicherer fühle. Ich habe eher Angst. Angst davor warum er die Waffe tragen muss. Angst davor, was passiert, wenn er sie benutzen muss. Angst vor der Unberechenbarkeit der Menschen und was passieren könnte, wenn durch einen Fehler im System der Falsche Mensch an diese Uniform und Waffe gerät.

Klar. Sicherheit ist wichtig. Und man sollte versuchen die Menschen so gut es geht zu

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Quelle: Pixabay.com

schützen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen beschützen und bewachen? Ist Freiheit wichtiger als Sicherheit und wie finden wir als Gesellschaft einen Kompromiss zwischen diesen beiden wichtigen Aspekten unseres Lebens? Werden wir, wenn wir die aktuellen Ereignisse und die Reaktionen darauf einmal weiterspinnen irgendwann wie in George Orwells „1984“ leben?  Wo zieht man die Linie?

Ich persönlich habe für mich Freiheit schon immer als um einiges wichtiger als Sicherheit eingestuft. Das Leben ist dazu da es zu leben. Dinge zu unternehmen, eigene Entscheidungen zu treffen, frei zu sein. Sicherheit ist natürlich auch wichtig und ich weiß, dass es viele Menschen gibt die ihr einen höheren Stellenwert zu schreiben als ich es tue. Doch was bringt uns letztlich die Sicherheit, wenn wir nicht die Freiheit haben sie zu nutzen? Deshalb bin ich auch der Meinung, dass wir besser dran wären ohne Polizisten mit Maschinenpistolen die uns beschützen/bewachen. Was ist das Leben wert, wenn man selbst beim Feiern Polizeischutz hat? Wo kann man sich noch sicher fühlen? Wann wird man mal nicht an die grausamen Zeiten in denen wir leben erinnert?

Trotzdem: Geht feiern, lasst euch die Laune nicht verderben, lebt euer Leben, ihr habt nur eines! In dem Sinne, Cheers!

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