Allgemein · Reisen

Einmal Finnland und zurück bitte!

Vor fast einem Jahr ging es für mich nach Finnland. Von der Reise hatte ich euch auf meinem alten Blog schon berichtet. Da ich aber mit meinem Blog umgezogen bin hier nochmal der Reisebericht 🙂
Montag ging es für mich los nach Finnland. Mein Plan war es eine Kurzreise mit Finnlines von Lübeck-Travemünde nach Helsinki und wieder zurück zu machen. Drei Tage würde ich insgesamt unterwegs sein. Zwei davon ausschließlich auf See. Bisher war ich immer höchstens eine Stunde auf dem Wasser unterwegs gewesen und das meistens auch nur dann, wenn in meiner Heimatstadt Kiel die Busse mal wieder gestreikt hatten. Jetzt ging es aber mit einem viel größeren Schiff viel länger auf See. Blieb nur noch zu hoffen, dass ich nicht seekrank werde.

 

Voller Tatendrang und Vorfreude erschien ich um ca. 21Uhr am Check-In beim Terminal in Lübeck. Von der Bushaltestelle aus musste man nicht einmal zwei Minuten laufen und so stand ich schon bald vor der ersten Finnlines Mitarbeiterin. Fünf Minuten später hatte ich meine Kabinenschlüssel und Essenskarten sowie meine Reiseinformationen und fand mich im Wartebereich wieder. Hier gab es ein Restaurant, einen Reiseshop, der hauptsächlich Alkohol verkaufte (der ist bei uns ja viel günstiger, als in Finnland) und ein paar Sitzgelegenheiten. Nun hatte ich noch zwei Stunden Wartezeit, bis mich der Shuttle um 23Uhr auf die Fähre bringen sollte. Irgendwie funktionierte hier alles viel schneller und viel einfacher als bei einem Check-in im Flughafen. Echt simple!

Zwei Stunden später wurden alle, die wie ich ohne Auto unterwegs waren von zwei kleinen Shuttlebussen abgeholt und direkt auf die Fähre gefahren. Die ist eine Roll-in-Roll-off-Fähre, auch hier also alles wieder echt einfach. An Deck angekommen konnte ich direkt mein Zimmer beziehen. Schlafen legen wollte ich mich aber noch nicht. Also ging es erst einmal hoch auf Deck 11. Dort befand sich die Bar, in der man sich bis 4Uhr morgens noch einen Absacker gönnen konnte. 4Uhr übrigens in finnischer Zeit, denn an Bord ist man irgendwie schon fast in Finnland angekommen. Dieser Eindruck bestätigte sich mir noch mehr, als ich um kurz nach Mitternacht die ersten Gäste in die Sauna gehen sah. Um 4Uhr hieß es dann „Leinen los!“ und ich legte mich dann doch endlich schlafen.

Der Aublick aufs Meer ❤

Am nächsten Morgen wurde ich von der Sonne geweckt. Es gab zwar auch Gardinen am Fenster meiner Außenkabine, aber gibt es etwas Schöneres als von der Sonne geweckt zu werden?

Frühstück am ersten Tag

Ein Blick aus dem Fenster, dass ich mir vor meiner Fahrt viel kleiner vorgestellt hatte, zeigte mir einen atemberaubenden Ausblick auf das endlose Meer. Also ging ich erst mal auf das Sonnendeck, um den Wind in den Haaren zu spüren und auf den Ozean zu schauen. 

Mein Sitzplatz in der

Hansa Lounge in der Sonne

Hungrig von der Seeluft  ging es anschließend zum Brunch. Bis 13Uhr konnte man den zu sich nehmen und so saß ich erst einmal eine Weile im Restaurant und genoss die Aussicht und das gute Essen bei einem Gläschen Begrüßungssekt. 

Bring a book – take a book

Nach meinem ausgiebigen Frühstück setzte ich mich zufrieden in die Hansa Lounge in die Sonne, um dort stundenlang zu lesen und zu zeichnen. Dort gab es sogar ein kleines Bücherregal, wo man sich umsonst ein Buch mitbringen konnte und seine ausgelesenen Bücher hinstellen konnte. Richtig gute Sache meiner Meinung nach!

Bald wurde mir klar, dass ich irgendwie so viel Zeit hatte, wie

Zeit zum entspannen!

sonst nie. Es gab nichts, was man tun musste und Stress schon gar
nicht. So ging ich noch saunieren, in den Whirlpool, machte etwas Sport und lag einfach nur faul in der Sonne. Später gab es dann noch einen leckeren Kakao im Café Verde und um 18:30Uhr dann Abendessen. Zum ersten Mal musste ich feststellen: Die Finnen können richtig gut kochen! Mein persönlicher Favorit: Gnocchi mit finnischem Blauschimmelkäse! Nachnehmen konnte man sich so oft man wollte. Das selbe galt auch für den Wein und das selbst gezapfte Bier, das beim Dinner inklusive war.

Nach dem Abendessen ging es dann in die Bar, den Abend bei einem Eishockeyspiel ausklingen lassen.Aufgeregt fieberten die Finnen mit und erzählten mir danach allerhand über ihr Land, den Sport und ihre Reise nach Deutschland. Alle waren ganz entspannt und super nett. Ein Finne erklärte mir: „ Wir Finnen sind schüchtern, aber wenn wir erst einmal in einem Gespräch sind, kann der Abend echt lustig werden“. Das ist etwas, was sich mir immer wieder bestätigte. Die Finnen sprechen einen selten von sich aus an und sind meistens eher an tiefer gehenden Gesprächen als an Smalltalk interessiert. Etwas, das mir persönlich sehr sympathisch ist.

Die ersten finnischen Inseln

Am nächsten Morgen beim Frühstück kam einmal mehr die entspannte Art der Finnen zum Vorschein. Während das Schiff um 9Uhr anlegte und alle Deutschen panisch ihre Sachen auf Deck 7 brachten, um bald an Land zu gehen, frühstückten die Finnen ganz in Ruhe zu ende. Ein Mann der öfter mit der Fähre fuhr, erklärte mir: „An Land geht es erst um 9:30Uhr, da muss man sich gar nicht so beeilen“ und aß in Ruhe sein Lachsbrötchen weiter, während alle anderen aufbrachen. Tatsächlich wurden wir um Punkt 9:30Uhr an Land gebracht. Praktisch war dabei, dass ich mein Gepäck an Bord lassen konnte, da ich auf der Rückfahrt dieselbe Kabine behalten durfte. Vom Terminal aus ging es mit einem öffentlichen Bus zur Metrostation und von da aus mit der einzigen Metrolinie in Finnlands Hauptstadt Richtung Innenstadt.

Großstadt mal anders!

Schon sehr bald fällt hier auf: Finnlands Naturverbundenheit und stressfreier Alltag spiegeln sich selbst in der Großstadt wieder. Überall ist es grün, es gibt Bäume und Spielplätze und manchmal sieht man sogar die Ostsee. Typische Touristenläden wie zum Beispiel in Berlin gibt es kaum. Wenn man gerne Sightseeing machen möchte ist das natürlich trotzdem möglich. Man muss aber dazu sagen, dass es genau das ist, was mich dazu gebracht hat, Helsinki sofort sympathisch zu finden: Es ist eben keine typische Touristenstadt, es ist ein Ort, wo die Finnen wirklich leben und uns dazu einladen mit ihnen in dieser Stadt zu leben und Spaß zu haben. Nichts ist nur vorhanden, damit Touristen möglichst viel Geld ausgeben, wie beispielsweise „Madame Toussauds“ in anderen Großstädten. Dafür gibt es etliche Outdoor Sport und Spielanlagen, wo umsonst Tennis oder Volleyball gespielt werden kann. Außerdem lädt die Stadt dazu ein, sich einfach einmal in die Sonne zu setzen und für einen Augenblick die wunderschöne Natur Finnlands zu genießen. Die findet man quasi überall. Man muss nur aus der Metro schauen und dort aussteigen, wo es einem gefällt.

Meine Außenkabine

Nach knapp 7Stunden in der wunderschönen Stadt und einem kleinen Einblick in das Leben in Finnland geht es wieder zurück an Bord. Diesmal kommt ein Shuttle-Bus extra nur für mich alleine und fährt mich, direkt nachdem ich das Check-In erreicht hatte an Bord. Erneut kann ich direkt auf meine Kabine. Ich schaue dem Schiff beim Losfahren zu und setze mich danach in die Bar, wo es WLAN gibt, um kurz meinen Freunden zu schreiben, dass ich wohlbehalten zurück an Bord bin. Um 18:30Uhr gibt es wieder Abendessen und danach lege ich mich zufrieden in mein großes, weiches Bett und schaue nach dem, doch anstrengenden Tag in Helsinki eine Runde deutsches Fernsehen.

Am nächsten Morgen ist der einzige Unterschied zum ersten

Land in Sicht! Der Hafen in Travemünde

Reisetag, dass die Sonne nicht so stark in mein Zimmer scheint, da wir ja diesmal in die andere Richtung fahren. Außerdem ist der Wind weniger stark und so kann ich mich diesmal auf das Sonnendeck setzen, um zu lesen und das Wetter zu genießen. Kurz vor Ankunft gibt es noch einmal Abendessen. Und so kommt es, dass ich um 22:30Uhr (finnische Zeit) wieder in Deutschland bin. Diesmal allerdings tiefen entspannt und glücklich 🙂

Für das Schreiben dieses Artikels habe ich übrigends die Kurzreise nach Finnland umsonst bekommen. Nocheinmal ein großes Dankeschön dafür, dass ich diese tolle Fahrt machen durfte an Finnlines 🙂 Meine Meinung wurde nicht beeinflusst und ich schreibe trotzdem wirklich, was ich über die Reise denke. 

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