Allgemein · Konsum- und Gesellschaftskritik · Nachdenkliches

Zuckerwatte oder Fliegenpilz? – Die Welt zum Frühstück…

Ich mache mir viele Gedanken. Über die Menschheit, die Welt und um mich. Es gibt so viele Fragen und eigentlich nur eine Antwort, die unanfechtbar ist: 42. Nein, mal im Ernst. Ich weiß nicht, was ich von der Welt halten soll. Von uns Menschen, die wir sie zerstören. Das Problem meiner Generation ist es, glaube ich, und das glaube ich tief in meinem Herzen, dass wir so viele Probleme sehen, dass wir uns machtlos fühlen gegenüber dieser gewaltigen Übermacht von unberechenbarer Zerstörung.

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Quelle: pixabay.com

Wir sind aufgewachsen mit dem Wissen, dass Atombomben existieren und wurden erwachsen mit dem Wissen, dass Donald Trump jetzt Präsident eines der Länder ist, die solche Waffen besitzen.
Wir sind aufgewachsen mit dem Wissen über ein Ozonloch und wurden erwachsen mit dem Klimawandel und dass er nicht nur vielleicht gar nicht mehr stoppbar ist, sondern auch, dass nicht so wirklich etwas dagegen getan wird.
Wir sind aufgewachsen mit dem Wissen, dass all das leckere Fleisch, das wir essen unter unmenschlichen, unzumutbaren Bedingungen hergestellt wird. Wir wurden erwachsen mit dem Wissen, dass selbst Tiere in unserer Gesellschaft in ein Klassensystem eingeteilt werden. Da gibt es die geliebten und verwöhnten Haustiere, aber auch die Tiere, die für uns nicht viel mehr als Essen sind oder aber die Versuchstiere.
Wir werden erwachsen und es wird nicht einfacher. Unsere ganze Jugend haben wir nach Antworten gesucht und doch nur so wenige gefunden. Wir waren so frustriert. So wütend! Und doch haben wir das Leben geliebt.

Das Leben ist scheiße. Wunderbar scheiße. Es gibt Menschen auf dieser Welt, die einen, wenn man durch die Wüste trampt mitnehmen und einem, obwohl sie doch viel weniger haben, als man selbst, zum Essen einladen. Die einem nicht nur eine warme Mahlzeit und Pfefferminztee sondern auch einen Platz zum Schlafen anbieten. Und dann gibt es andere Menschen, die einem anbieten einen mitzunehmen, um einen dann zu vergewaltigen oder umzubringen, um seine Organe zu verkaufen. Ich weiß nicht, woran es liegt, welcher der beiden Menschen bei mir anhält und welcher nicht. Ob es einfach nur Glück ist, göttliche Vorsehung, Kharma, keine Ahnung. Wer bin ich, dass ich Antworten auf solche Fragen geben könnte? Ich weiß nur dass es so ist. Ich weiß, wie viele Menschen eine Reise, wie ich sie per Anhalter durch Marokko unternommen habe, niemals wagen würden, weil sie so viel Angst vor der Sorte Mensch haben, die böses im Sinn haben.

Ich persönlich habe für mich beschlossen, dass ich das Leben in vollen Zügen genießen möchte (und damit meine ich jetzt nicht mit der DB fahren). Ich weiß, was das Leben für Gefahren birgt, ich weiß es seit kleinauf. Die Welt ist schlecht, in der Art wie sie regiert wird, wie die Menschen mit ihr umgehen, und überhaupt. Aber ich möchte die Welt sehen. Ich möchte die Menschen sehen, die sie schlecht, aber manchmal auch besser machen. Ja. Es gibt Menschen, die misshandeln ihre Kinder, filmen das Ganze und laden es auf Youtube hoch. Es gibt aber auch Menschen, die unglaublich viel Zeit und Liebe investieren, um ein Kind, dem soetwas passiert ist bei sich aufzunehmen. Um sich für etwas Gutes einzusetzen. Ich weiß nicht, ob die welt in ihrem Grunde mehr gut oder mehr schlecht ist. Ich denke keines von beidem. Nichts ist je ganz weiß oder ganz schwarz. Ich weiß nur, dass ich, dass wir auf dieser Welt leben. Und dass ich trotz all dem Schlechten, all dem Frustierenden und all dem, was mich wütend macht, versuchen werde, diese Welt zu lieben. Denn man muss die Welt lieben, um sie besser machen zu wollen, besser machen zu können. Und trotz dessen, dass es so vieles gibt, was dagegen spricht, kann ich doch nicht anders. Denn eine Welt, in der keiner mehr dafür kämpft, dass sie besser wird, in der keiner auch nur im Kleinen versucht sie ein klein wenig schöner zu machen, die ist so verloren, wie wir dachten, als wir jünger waren. Denn wir sind aufgewachsen mit dem Wissen, dass so vieles schlecht ist, doch erwachsen geworden mit dem Wissen, dass wir es besser machen könnten.

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