Allgemein · Kultur

Die grüne Kunst… Tee aus Japan

Vergangenen Dienstag lud das Tee Kontor Kiel zu einer Veranstaltung der eher etwas besonderen Art ein. Dabei sollte Shutaro Hayashi, ein japanischer Teebauer, über seinen Teegarten und die Herstellungsweise von Tee referieren. Natürlich sollte der Tee in diesem Rahmen auch  probiert werden. Auf die Veranstaltung aufmerksam geworden war ich durch einen guten Freund, der in dem Laden arbeitet. Er selbst freute sich sehr auf die Veranstaltung und fragte, ob mein Freund und ich nicht auch kommen wollten. Wir hatten keine Ahnung, was da auf uns zukommen würde, waren aber neugierig genug ja zu sagen. Und es hat sich gelohnt.Beim Teeevent angekommen, gibt es zu allererst eine Schale Matcha, vom japanischen Teemeister selbst zubereitet. Der schmeckt nicht nur sehr gut, sondern ist auch noch unfassbar grün. Glücklich und entspannt setzten wir uns in die hinterste Reihe, von der aus man trotzdem super gucken kann und warten auf den Beginn des Vortrags.

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Unser Begrüßungsmatcha ❤

Dann kommt Hayashi, der mindestens ein, wenn nicht zwei Köpfe kleiner ist, als sein relativ großer Dolmetscher, in der Raum. Er stellt sich neben die Projektion vom Beamer und erzählt, dass er sich sehr freut hier sein zu dürfen. Er wirkt auf mich, als nehme er dies wirklich als Ehre wahr. Die Präsentation, die jetzt folgt, hätte ich so niemals erwartet. Ich habe in den zwei Stunden, die der Vortrag dauerte sehr viel mehr gelernt, als gedacht. Hayashi beschreibt genau, wie der Tee hergestellt wird, wo die Unterschiede liegen, wie verschiedenste Grünteearten zustande kommen und so weiter. Was ich persönlich aber noch interessanter fand, waren die Einblicke, die Hayashi in sein Leben, seine Arbeit und die japanische Kultur gab. So bemerkte er zum Beispiel, dass sein Vater es sehr schwer hatte, als er versuchte, den Betrieb, der eine Generation zuvor angefangen hatte, mit Pestizieden und chemischem Dünger zu arbeiten, wieder auf eine chemiefreie Herstellungsweise umzustellen. Er hatte dabei neben dem Problem, dass er denselben Preis gezahlt bekam, aber deutlich weniger produzieren konnte, nämlich auch noch ein soziales Problem, dass ich so niemals vermutet hätte.

In Japan gilt es als sehr unhöflich andere zu kritisieren und wird daher so gut wie gar nicht praktiziert. Als Kritik gilt dabei allerdings nicht nur die direkte Kritik sondern zum Beispiel auch, etwas anders zu machen, als die Allgemeinheit. Als Hayashis Vater also auf eine pestizidfreie Herstellung umstellte, fassten die Japaner sein Verhalten als Kritik gegen ihre eigene Herstellungsmethode auf, was zu starken Anfeindungen führte. Aus der Runde kommt die Frage, ob der Tee denn trotzdem gekauft wurde. Hayashi erzählt, dass es in Japan einen sehr großen Tee verabeitenen Betrieb gebe, den die Herstellungsweise gar nicht interessiere. Er kaufe den Tee zu sehr schlechten Preisen ab und mische ihn mit anderen Teesorten. Hayashis Vater hatte also aufgrund seines Entschlusses enorme finanzielle Einbüßungen und soziale Probleme.

Hayashi erzählt von seinen Bemühungen, Menschen zu finden, die den Tee kaufen, weil sie die viele Arbeit, die er sich mit dem Herstellungsproßess macht auch wertschätzen. Bei dem Großhändler ginge all dies verloren, da der Tee einfach gemischt werde. So begann Hayashi seine besonderen Teesorten zu verkaufen und auch zu exportieren. Mittlerweile exportiert Hayashi 20% seines Tees. Und das alles trotzdessen, dass er eigentlich nur einen kleinen Familienbetrieb hat. Das ganze Jahr über hilft die Familie mit, in der Haupterntesaison, werden zusätzliche Helfer eingesetzt.

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Hayashi erzählt über die Geschichte seines Teegartens

Ich war wirklich positiv beeindruckt von der Veranstaltung und von Hayashi selbst. Er führt einen kleinen Familienbetrieb mit maximal sechs oder sieben dauerhaften Helfern (welche seine Familie darstellen) und schafft es trotzdessen eine sehr gute Qualität und auch verschiedenste Teesorten anzubieten. Ich finde, das schmeckt man auch. Auch in dieser Hinsicht war der Vortrag sehr bildend. Es wurden insgesamt glaube ich sieben Teesorten probiert, von denen ich mindestens drei wirklich toll fand. Eine klasse Veranstaltung!

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass dies kein bezahlter Beitrag ist. Ich habe ihn nicht geschrieben, um eine Vergüütung von irgendeinem Teeladen oder Hersteller zu bekommen, sondern weil ich denke, dass Hayashis Art den Tee herzustellen wirklich besonders ist. Richtig besondere Dinge findet man selten in der Welt und daher liegt es mir persönlich am Herz diesen Artikel zu schreiben und ich habe gar nicht erst versucht ihn zu verkaufen obgleich er in gewisser Art und Weise natürlich eine Art der Werbung darstellt. Falls ihr den Tee kaufen möchtet, was ich wärmstens empfehle, geht das zum Beispiel hier: http://www.tee-kontor-kiel.de/tee/gruener-tee/japan/teegarten-familie-shutaro-hayashi-kirishima/

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Ein Kommentar zu „Die grüne Kunst… Tee aus Japan

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