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Generation Maybe: Es kotzt mich an!

Letztens fand ich heraus, dass meine Generation mittlerweile als Generation Maybe bekannt ist. Ich musste lachen, weil es so gut passt. Aber ich könnte auch weinen, denn es ist leider wahr. Heutzutage interessiert sich kaum einer noch so richtig für irgendetwas. Der Klassenausflug? Ist mir egal, Hauptsache keine Schule. Der Präsident? Egal, hauptsache keine Anarchie.

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Gefunden auf Pixabay.com

Doch das ist sie nun mal, meine Generation. Selbst Dinge, die einen direkt betreffen sind ihr, sind uns so unendlich egal. Wir sind das Gegenteil von Sturm und Drang. Wir haben uns verloren. Irgendwo zwischen Unboxing-Blogbeiträgen und Wikipediaartikeln suchen wir nach dem Sinn des Lebens. Wir haben so viel mehr Instagramm-Bilder als bemalte Leinwände gesehen, so viel mehr Whatsapp-Nachrichten als handgeschriebene Briefe gelesen. Es fehlt uns an Gefühl.

Alles war schon einmal. Wir sind die, die da sind, nachdem alles schon gewesen ist. Wir kriegen alles mit und können doch nichts verändern. Wir fühlen uns so machtlos. Die Welt ist so  groß. Und sie ist beschissen, das wissen wir genau. Wir wissen nicht wo wir anfangen sollten mit einer möglichen Rebellion und noch bevor wir wirklich ernsthaft darüber nachdenken, beschließen wir, dass diese eh keinen Erfolg hätte. Wir denken mit dem Kopf und nicht mehr mit dem Herzen. Wir sind rational. Wir wissen, wir können nicht gewinnen. Der Kampf ist vorbei, er wurde längst verloren. Wir müssen jetzt leben, in dieser Welt, von der George Orwell noch als Dystiopie schrieb. Wir haben verloren. Das wissen wir.

Doch halt. Was ist das? Ich glaube ich fühle etwas. Es ergreift mich wie ein wütender Wind, der durch die Felder peitscht. Ich werde sauer. Wie können wir das alles nur so hinnehmen. Wir sind so viele und wir wissen doch was wir wollen, wir denken nur, dass es nichts mehr bringt es zu sagen. Doch genau das sollten wir tun. Uns nicht einschüchtern lassen von den Zahlen. Denn wir sind viele. Wir wissen, dass uns so vieles stört und wir wissen was wir dagegen tun könnten. Es gibt immer einen Weg. Denn aufzugeben ist für mich keine Option. Ich will Sturm und Drang sein. Mein Herz soll einem Wirbelsturm gleichen und alles mit sich in die Höhe reißen. Ich will so vieles. Doch vor allem will ich, dass wir, dass meine Generation aus ihrem Schlaf erwacht. Denn ich weiß, wir können so viel mehr sein als nur ein schwaches vielleicht.

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9 Kommentare zu „Generation Maybe: Es kotzt mich an!

  1. Es findet auch eine Informations.- und Reizüberflutung statt, die es so nie gab. Das jeder da sortiert ist klar. Oft natürlich entsprechend unserer Veranlagung bleibt Denkwürdiges auf der Strecke und das Leichte lockere Unbedeutende wird „beachtet“, weil es einfacher ist und wir auf Energiesparen getrimmt sind. Es ist eben anstrengend Mensch zu sein und einfach sich treiben zu lassen.

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  2. Einfach nur WOW! Unglaublich gut geschrieben.
    Es stimmt, wir werden mit Informationen überhäuft, haben alles was wir brauchen, bekommen alles, was wir wollen und haben deshalb oft keinen Ansporn, etwas zu verändern.
    Trotzdem finde ich, dass es auch extrem viele Jugendlich/junge Erwachsene gibt, die umdenken und in eine neue Richtung gehen.
    Wir haben es in der Hand 🙂
    Liebe Grüße
    Marina

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  3. Ich kenne es auch, dass viele Leute in meinem Umfeld sich für wenige Dinge interessieren, die nicht bequem und einfach sind. Aber verallgemeinern kann man das natürlich nicht. Das finde ich so blöd daran, eine gesamte Generation so und so zu definieren, das sind schließlich eine Menge Menschen. Es sind definitiv nicht alle so. Man muss nur die richtigen Leute finden. 🙂

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  4. Es ist schwierig, wie ich finde.
    Ich bin jetzt 18 (einhalb^^) und habe wirklich das Gefühl: Alles war schon mal, Individualität ist Mainstream, neues kommt kaum und wenn dann nur, um das alte (was super funktioniert hat) überflüssig zu machen und den Konsum zu fördern, wie sinnlos.
    Das einzige, was man noch wirklich verändern kann ist meiner Meinung nach das Rollenbild verschiedener Personen / der Geschlechter…doch auch das ist schwer: denn es „ist ja so“ und sowieso egal *seufz*

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  5. Bin absolut deiner Meinung! Vielleicht liegt unsere Maybe-Mentalität auch daran, dass wir in einer Phase sind, wo uns richtige Vorbilder und Schlüsselfiguren fehlen. Auch wenn es sie geben würde, würden wir diese Personen misstrauisch beäugen und hinterfragen. Das ist im Grunde auch gut so. Aber es lähmt gleichzeitig auch die Handlungsinitiative. Menschen unserer Generationen müssen vielmehr lernen, ohne die Führung von außen eine innere, starke Persönlichkeit zu werden. Es gibt den Spruch: Früher habe ich versucht die Welt zu ändern, heute weiß ich, dass ich mich ändern muss, um dies zu bewirken. Ich denke da ist was dran!

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