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Trampen durch’s Atlas Gebirge. Trampen durch Marokko Part 2

Da wir also keinen Bus erwischen konnten und keine drei Nächte in Marrakesch bleiben wollten, stellten wir uns völlig übermüdet an die Straße (Falls ihr nicht wisst, wie ich hierher gekommen bin, hier könnt ihr es lesen: klick ). Und wieder ging es schnell. Ein kleiner, zebeulter PKW brachte uns 40km in die richtige Richtung und lud uns dann mitten in der Wüste ab. Von dort aus konnten wir die Autos, 15Minuten, bevor sie uns erreichten, kommen sehen. Das einzige andere, was weit und breit zu sehen war, war Sand und der Teehändler gegenüber.

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Ich, mitten in der Wüste ©

Dort wurden wir dann von einem Marokkaner mit sehr guten Englischkenntnissen eingesammelt, der uns viel über Marokko erzählen konnte und uns durch das Atlasgebirge bis kurz vor Ouarzazate brachte. Die Fahrt durch das Atlasgebirge dauerte ca 3Stunden und sorgte dafür, dass mir ordentlich über wurde. Denn es ging die ganzen drei Stunden nur in Serpentinen den Berg rauf und wieder runter. Trotzdem waren die rotbraunen, komplett ausgetrockneten Berge beeindruckend anzusehen. Richtig schön!

Nach Ouarzazate wurden wir dann von einem Turbanträger gebracht, der behauptete, unseren Farmbesitzer, den wir in Tagounite besuchen wollten, zu kennen. Da es jedoch dunkel wurde, ließ er seine Beziehungen ziehen und wir konnten für umgerechnet insgesamt 5€ in einem Hotelzimmer mit 1A Doppelbett übernachten. Ich habe bis heute keine Ahnung, ob er unseren Gastgeber wirklich kannte, einfach nett war, oder Geld machen wollte, indem er uns einen Schlafplatz verkaufte. Fest steht allerdings, dass es unglaublich gut tat, nach mehr als 48Stunden auf den Beinen endlich schlafen zu können. und das auch noch in einem so gemütlichen Bett. Der Hammer!

Am nächsten Morgen freute ich mich noch mehr, als ich bemerkte, dass unser Hotelzimmer auch noch eine vollfunktionale Dusche hat. Keine Eimer-Dusche wie sonst in der Sahara. Nein, eine richtige Dusche mit fließend Wasser. Das war ein bisschen wie Weihnachten.

Und der Tag wurde noch besser. Wir wurden recht bald von unserem neuen Freund Mehmet eingesammelt, der uns weiter 70km mit nach Agdz nach. Dort lud er uns ein mit ihm und seinen Freunden Tee in einem Cafe zu trinken. Sein Freund wiederum lud uns ein, mit zu ihm nach Hause zu kommen, wo wir mit ihm und seiner Familie Mittag aßen. Dort erlebte ich einen der schönsten Nachmittage meines Lebens. Die ganze Familie war vor Ort, wir erzählen, lachten, ich lernte, wie man ein Kopftuchwickelt, mein Verlobter, lernte einen Turban zu tragen. Erst spät abends ging es dann weiter bis in Mehmets Heimatdorf, wo wir nochmal zum Tee trinken eingeladen wurden. Erst, als es lange dunkel war, brachte uns Mehmet zum Taxistand, wo wir für 2€ pro Person bei einem alten Mann im Auto mit in das 100km entfernte Zagora  reisten. Von dort aus nahmen wir für wieder 2€ pro Person ein Taxi in das 70km entfernte Tagounite, wo wir mitten in der Nacht auf unseren Gastgeber trafen.

Fazit: Durch die Wüste trampen ist nicht nur möglich, sondern auch echt empfehlenswert. Die Landschaft ist atemberaubend und die Gastfreundschaft derer die selber eigentlich so wenig haben hat mich stark berührt. Es sind so tolle Menschen da draußen und man kann so viel mehr über marokkanische Kultur lernen, als in einem Reisebus.

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Ein Kommentar zu „Trampen durch’s Atlas Gebirge. Trampen durch Marokko Part 2

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