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Klassikcorner: Liebe und Intrige à la Schiller

Ein Adeliger oder jemand in hoher Position verliebt sich in ein bürgerliches Mädchen. Das ist soweit keine neue oder besonders ausgefallene Idee für eine Geschichte. Trotzdem konnte mich Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ echt begeistern.silhouettes heads of the bride and groom in darkness

Die Story, in der sich Ferdinand, der Sohn des Präsidenten in Luise, die Tochter des Musikers verliebt ist an sich nicht besonders originell. Natürlich ist der Vater Ferdinands gegen diese Liebe und möchte Ferdinand lieber mit der Lady Milford verheiraten, die seiner Meinung nach eine viel bessere Partie ist. Um sein Ziel, also die Heirat von Ferdinand und Lady Milford zu erreichen werden allerlei Kabalen (Intrigen) geschmiedet. Soweit so gut. Die Geschichte, die als Theaterstück geschrieben ist, ist durchweg unglaublich spannend. Schiller ist natürlich ein Klassiker, was bedeutet, dass man erstmal ein paar Seiten braucht, um sich an seine Sprache und seinen Stil zu gewöhnen. Man ist aber trotzdem direkt ab der ersten Seite gefesselt von der Geschichte, die nicht nur spannend, sondern auch sprachlich wirklich beeindruckend ist. So wird zum Beispiel die unglaubliche Liebe Ferdinands und Luise durch wunderschönen Metaphern wie

„[…] dass Tränen der Liebe schöner glänzen in unsern Augen, als die Brillianten in unserm Haar“

ausgedrückt. Zugleich ist das bürgerliche Trauerspiel aber auch phasenweise relativ gesellschaftskritisch und hat zu mindestens mich durch Aussagen wie

„Man hat mir gesagt, dass die Großen der Welt noch nicht belehrt sind, was Elend ist – nicht wollen belehrt sein“

zum Nachdenken bringen können. Das Buch, welches man für 2,60€ als Reclam-Heft bekommen kann, ist also auf jeden Fall empfehlenswert. Außerdem hat die Liebesgeschichte mit allerlei Intrigen in Schillers Werk allein schon sprachlich viel mehr Stil als die Intrigen, die man täglich in Sendungen wie „Berlin Tag und Nacht“ beobachten kann. Das sieht man unter anderem auch an folgenden Zitaten, in die ich mich ein wenig verliebt habe:

„Wenn ich bei dir bin zerschmilzt meine Vernunft in einen Blick“ -Ferdinand

„Wer kann den Bund zwoer Herzen lösen, oder die Töne eines Akkords auseinander reißen?“ -Ferdinand

„Ich will mich zwischen dich und das Schicksal werfen – empfangen für dich jede Wunde – auffasen für dich jeden Tropfen aus dem Becher der Freude – dir ihn bringen in der Schale der Liebe“ -Ferdinand

„Geh – Gott vergebe dir’s – Du hast den Feuerbrand in mein junges friedsames Herz geworfen, und er wird nimmer, nimmer gelöscht werden“ -Luise

Präsident: […] Wenn es nach deinem Kopfe ginge, du kröchest dein Leben lang im Staube
Ferdinand: O, immernoch besser, Vater, als kröch ich um den Thron herum

„Kalte Pflicht gegen feurige Liebe!“ -Ferdinand

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2 Kommentare zu „Klassikcorner: Liebe und Intrige à la Schiller

  1. Huhu liebe Scarlet,
    ich danke dir für deinen Hinweis auf meinem Blog.
    Nun musste ich schnell improvisieren & alles über das Kommentarfeld abwickeln.
    Wenn du Lust hast, freue ich mich über deine Teilnahme.
    Liebe Grüße

    Ps. Folge dir nun auch über Facebook

    Gefällt 1 Person

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