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Zu viel oder zu wenig Selbstbewusstsein?

Wenn man das Wort Selbstliebe erwähnt, fällt vielen zuerst die Sage

Angie525A „Narzissen“
Quelle: http://www.piqs.de Some rights reserved.

von  Narzissus und der damit verbundenen Begriff Narzissmus ein. Natürlich sind die Geschichte von dem wunderschönen Mann, der sich unsterblich in sich selbst verliebte und der Begriff einer psychischen Krankheit eher negativ besetzt. Doch ist Selbstliebe wirklich so verachtenswert? Oder ist sie vielleicht etwas, das eigentlich bewundernswert und gut ist?

Ich denke, dass die Selbstliebe etwas ist, dass unsere Gesellschaft erst einmal wieder richtig lernen muss. All die Plakate, all die Werbungen und Magazine sagen uns, dass wir zu dick, zu hässlich, zu muskulös oder unmuskulös sind. Der Schönheitsindustrie kann nichts recht sein. Logisch begründen lässt sich das durch den Verkauf von Waren. Denn: Wie viele Firmen würden wohl pleite gehen, wenn all die Medien uns von heute auf morgen sagen würden, dass der Charakter zählt und, dass wir gut so sind, wie wir sind?

So kommt es, dass Menschen, die sagen: „Ich gefalle mir selbst“ oder „Ich denke nicht, dass ich irgendwelche Problemzonen habe“, eher die Ausnahme darstellen.  Weil man solche Aussagen nicht gewohnt ist, begegnet man ihnen meistens mit Ablehnung, hält sie für arrogant und überheblich. Das ist auch ein weiterer Grund dafür, dass viele sich nicht trauen, sich selbst zu lieben: Man bekommt Gegenwind, es ist gesellschaftlich einfach nicht „schick“, zufrieden mit sich selbst zu sein. 

Doch während die einen spotten und ablehnen, bewundern die anderen die Selbstliebe. Denn sie führt zu Selbstbewusstsein und das ist wieder ein begehrenswertes Gut. Doch auch hier ist Vorsicht angesagt. Zu viel Selbstbewusstsein macht einen schnell unbeliebt und ist gerade zu Beginn der Karriere häufig auch gar nicht erwünscht ( siehe http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/karriere-zu-viel-selbstbewusstsein-schadet-a-197052.html). Zu wenig Selbstbewusstsein hingegen kann auch schaden. Man wird schüchterner, zurückhaltender und somit wird es immer schwerer seinen eigenen Ziele zu erreichen. 


Ich denke, dass es letztendlich, wie bei fast allem auf das richtige Maß ankommt. Man sollte sich selbst ein bisschen mehr lieben, was auch heißt eigene Schwächen zu akzeptieren und sich nicht dafür fertig zu machen, wenn man mal ein paar Pfunde mehr auf der Waage hat oder das Vorstellungsgespräch schon wieder nicht erfolgreich war. Andererseits sollte man auch aufpassen, dass man mit seinem neu erlangten Selbstbewusstsein nicht überheblich wird. Selbstliebe bedeutet nämlich nicht automatisch, dass die Liebe zu anderen geringer wird und man diese als Menschen einstuft, die in der Entwicklungsstufe unter einem stehen. Jeder Mensch ist verschieden und das ist gut so. Eine einheitliche Norm für Schönheit oder Charakter gibt es nicht, auch wenn das in den Medien teilweise suggeriert wird.

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5 Kommentare zu „Zu viel oder zu wenig Selbstbewusstsein?

  1. Sehr schöner Text! Das mit der Selbstliebe ist wichtig, da hast du Recht. Jeder hat mal Phasen, in denen er an sich zweifelt. Jedoch sollten die positiven Gedanken auf einen selbst überwiegen.

    Liebe Grüße

    Christine

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